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Donnerstag, 20 August 2020 15:49

"Kokon" von Inga Ewert

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Sag mir, woher nehm ich den Mut zu denken: "Irgendwann wird's schon wieder gut" ?
Wo doch das Fühlen jeden Tag mir was völlig andres sagt.

Wie oft hör ich: "Nicht aufgeben, bloß nicht verzagen!"
und jedes Mal möcht ich mein Gegenüber dann fragen,
würdest du das selbe auch noch zu mir sagen,
hättest du mein Schicksal einige Tage getragen
wo Schmerzen und Schwäche dich plagen?

Wenn an zwei Händen abzuzählen, in einem Jahr die guten Tage...
Seele und Geist, lebendig wie bei einem Kind in einem kranken Körper gefangen sind.

Wenn man sich nicht mehr erinnern kann, das letzte mal schmerzfrei, das war wann?
Wenn sogar die Erinnerung an Kraft langsam weicht vom guten Leben nur noch Sehnsucht bleibt 

Wie lang würdest Du`s ertragen wenn es immer so wär, Tage, Monate, Jahre 

Wie soll das gehen, da Hoffnung zu fassen und den schweren Kopf nicht hängen zu lassen

Ich sage dir, ich träume davon, wie ne Raupe zu kriechen in einen Kokon.
Mich einzuwickeln, und oben in den höchsten Bäumen schmerzfrei in himmlischer Ruhe zu träumen.

Bis eines Tages die Sonne mich weckt, das, was nun Neues in der Verpuppung steckt,
die frisch gewachsenen Flügel gereckt und kräftige Glieder entdeckt.

Die alte Hülle lass ich zurück und erfahr in überschäumendem Glück,
es war alles nur ein böser Traum,
ich erheb mich beschwingt von meinem Baum.
Ich breite die schillernden Schwingen und höre mich selbst glücklich singen.

Du, halt ein, bevor ein Urteil gefällt, denn du weißt nie, was jemanden wirklich quält
und fallen dir keine Worte ein, ein gütiges Lächeln kann wichtiger sein.

 

Bildquelle: Wikipedia

Gelesen 433 mal Letzte Änderung am Sonntag, 14 Februar 2021 11:26
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