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Montag, 31 Mai 2021 09:01

Let's talk about Sex: Im Gespräch mit Betroffenen (2)

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Eine Betroffene hat uns von den Auswirkungen ihrer Erkrankung auf ihr Sexleben berichtet:

"Sex, eigentlich was ganz normales und das war es auch in meinem Leben. Doch dann kam ME und änderte nicht nur meinen Alltag, mein Berufsleben, mein Privatleben, sondern eben auch mein Sexleben.

Der Vorteil ist wohl, dass ich Single bin und mir somit der „Druck“, den vielleicht ein Partner aufbaut, erspart bleibt bzw. ich mir diesen nicht selber mache. Der Nachteil ist, dass ich nicht der Typ bin, der einfach einen xbeliebigen Mann mit nach Hause nimmt und schon gar nicht, wenn man noch krank ist. Was ist, wenn mir während des Aktes übel wird? Was ist, wenn mir der Schweiß den Körper hinunter läuft, obwohl ich gar nicht durch das Bett turne? Was ist, wenn mir auf einmal total Gelenke bzw. Knochen weh tun und ich das Liebesspiel unterbrechen muss?

Das sind die Gedanken, die mir vorher schon durch den Kopf schießen - aber auf der anderen Seite möchte man sich auch spüren, möchte mal wieder so richtig durchgef...t werden, möchte sich sexy und begehrt fühlen. Ich habe für mich, zum Glück, die richtige Lösung gefunden. Der Mann, der weiß was mit mir los ist, der auch während wir uns lieben darauf achtet, dass mit mir alles ok ist, aber mich dabei genauso so als Frau wahrnimmt, mich unglaublich anziehend und erotisch findet.

Ich genieße es, wenn seine Hände meinen Körper berühren, wenn sein Atem schneller wird, sein Blick mich förmlich auszieht. Seine Küsse, die mir den Atem rauben. Diese Prickeln zwischen meinen Beinen, wenn er meine Brüste knetet. Ich bin eine Frau, zumindest für einen kurzen Moment, fühlt es sich so an. Danach liegen wir nebeneinander im Bett, ich bin erschöpft, mein Körper fühlt sich klebrig an, weil ich so durchgeschwitzt bin. Ich strahle über das ganze Gesicht denn trotz allem fühlte es sich toll an. Wahrscheinlich liege ich danach noch eine ganze Weile wach, weil ich so aufgedreht aber auch zu erschöpft bin, um zur Ruhe zu kommen. Vielleicht werde ich danach auch mit einem „Crash“ bestraft, aber das war es mir in dem Moment wert. Meine Haut riecht nach Sex, meine innere Göttin macht Luftsprünge. Allerdings zeigt mein Körper mir recht schnell wieder, was ich ihm damit angetan habe. Doch das ist egal, in diesem Moment einfach egal, weil man etwas getan hat, was früher einmal ganz „normal“ war und einem kurz die Krankheit vergessen lies."

Gelesen 476 mal Letzte Änderung am Dienstag, 23 November 2021 11:44
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