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Mittwoch, 09 Juni 2021 09:00

Claudia, 43 Jahre alt - "In jedem Ende steckt ein Neuanfang"

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Mein Name ist Claudia, ich bin die Person hinter little_finshu. Ich bin 43 Jahre alt, habe 2 Kinder im Teenageralter, einen Hund und einen liebevollen Ehemann. Ich bin seit 18 Jahren verheiratet. Seit 2018 leicht, seit 2019 moderat an ME/CFS erkrankt.

Wer auf meinem Account bei Instagram geht, wird kaum etwas zu der Krankheit oder meinem Wohlbefinden finden. Ihr werdet euch fragen warum. Zum einen, weil ich immer noch mit dieser Krankheit hadere, hadere zu akzeptieren, dass mein Körper nicht so will wie ich. Zum anderen, weil mich so viel mehr ausmacht als diese Krankheit, die mir so viel von mir und meinem Leben genommen hat. Und es gibt so wahnsinnig viele gute Accounts, wo alles erklärt wird, die Fakten und auch die Gefühle.

Um mich mit der Krankheit auseinanderzusetzen und die Community zu unterstützen, unterstütze ich im Hintergrund gerne das Team vom ME-CFS Portal. Ich freue mich unglaublich über die tollen Menschen, die ich dort und auch dadurch kennengelernt habe. Mein Account allerdings soll die Sachen zeigen, die mir Freude machen, Sachen zeigen, die ich erst machen konnte, als ME/CFS mich bzw. meinen Körper in die Knie gezwungen hat.

Sachen, die in meinem Leben davor (ich rette die Welt) niemals möglich gewesen wären, weil ich die Zeit einfach nicht dazu gehabt hätte. Ohne ME/CFS hätte ich nie zu malen begonnen, ohne ME/CFS wäre meine tolle Begleiterin Ebby nicht hier, ohne ME/CFS hätte ich nie entdeckt, dass ich doch recht passabel Handarbeiten erledigen kann. ME/CFS hat mich ausgeknockt - brutal von jetzt auf gleich. Ich musste mich von 100% mit 50% zufriedengeben und schließlich, um es ganz zu kapieren auf 30% abstürzen.

Mittlerweile habe ich, dank recht gutem Pacen, meinen Mittelweg gefunden, schlage trotzdem (aus Trotz) immer mal wieder über die Stränge. Um zu leben. Um das Gefühl haben noch zu leben. Aber hier bin ich, langsam komme ich wieder in mein seelisches Gleichgewicht, langsam definiere ich mich wieder, langsam nehme ich die "neue" Claudia an, langsam hören die Schuldgefühle (mein Mann muss schon wieder alles machen, die Kinder müssen so viel selbst machen) auf, langsam fange ich wieder an das Leben zu genießen (die Natur, den Himmel, meine Hobbies), langsam gewöhne ich mich an meine Krankheit, an das "Nicht zu können", obwohl man so sehr "WILL".

Kurzum ich muss einfach auch zeigen, dass ich, dass wir doch immer noch so viel mehr sind als die Krankheit. Auch wenn es nicht immer leicht ist.... schließlich habe ich nur das eine Leben, also mache ich doch einfach das Beste draus und in meinem Fall, halt langsam, aber dafür stetig... :)

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